Lage und Gliederung
Die Bretagne liegt im Nordwesten Frankreichs zwischen Atlantik und Ärmelkanal. Die heutige Verwaltungsregion Bretagne umfasst die vier Départements Finistère, Côtes-d’Armor, Morbihan und Ille-et-Vilaine.
Die historische Provinz Bretagne wurde während der Französischen Revolution dagegen in fünf Départements aufgeteilt. Zu den vier heutigen bretonischen Départements kam Loire-Inférieure, die heutige Loire-Atlantique. Seit dem 20. Jahrhundert gehört Loire-Atlantique verwaltungsmäßig zur Region Pays de la Loire.
Traditionell unterscheiden Bretonen zwischen Armor, dem Land am Meer, und Argoat, dem Land des Waldes.
Geschichte
Vor der römischen Eroberung lebten in Armorica verschiedene gallische Stämme. Nach dem Feldzug Julius Caesars im Jahr 56 v. Chr. wurde das Gebiet schrittweise romanisiert.
Ab dem 5. Jahrhundert wanderten keltische Britonen aus Großbritannien in die Region ein. Diese Migration prägte den Namen Bretagne, die bretonische Sprache und die Christianisierung des Landes wesentlich.
Sprache
Bretonisch, auf Bretonisch Brezhoneg, ist kein französischer Dialekt, sondern eine eigenständige keltische Sprache. Gemeinsam mit Walisisch und Kornisch gehört es zum britannischen Zweig der keltischen Sprachen. Bretonisch ist die einzige heute noch gesprochene keltische Sprache auf dem europäischen Festland.
Seit dem späten 19. Jahrhundert gerieten Regionalsprachen im zentralistisch organisierten französischen Schulwesen stark unter Druck. Das Gesetz von 1951, die sogenannte Loi Deixonne, ermöglichte erstmals einen begrenzten Unterricht bestimmter Regionalsprachen. Heute wird Bretonisch unter anderem in zweisprachigen Schulen und Kulturinitiativen weitergegeben, bleibt jedoch eine gefährdete Sprache.
Wirtschaft und Küstenleben
Die Bretagne besitzt heute eine vielfältige Wirtschaftsstruktur. Landwirtschaft, Fischerei und die Nahrungsmittelindustrie spielen weiterhin eine wichtige Rolle, bestimmen die Beschäftigung aber keineswegs allein. Hinzu kommen Industrie, Technologie, Dienstleistungen und öffentliche Einrichtungen.
Der Tourismus ist besonders an der Küste ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Häfen, Fischerei, maritime Kultur und die stark gegliederte Küstenlandschaft prägen viele Orte der Region.