Ein kleiner Meilenstein

300 Videos auf KleinTones

Dreihundert veröffentlichte Videos sind für mich weniger eine große Zahl als ein Moment, kurz zurückzublicken: auf Musik, Bilder, Filme, Experimente, Umwege — und auf sehr viele Stunden Arbeit.

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Was hinter einem Video steckt

Bei vielen Videos beginnt die Arbeit lange vor dem eigentlichen Schnitt. Musik wird komponiert, arrangiert, eingespielt und aufgenommen. Danach kommen Bilder oder Filme hinzu: historische Aufnahmen, Malerei, eigene Fotos, abstrakte Animationen oder Landschaften. Material muss gesucht, ausgewählt und in eine Form gebracht werden, die zur Musik passt.

Dann folgen Schnitt, Synchronisation, Übergänge, Titel, Beschreibungen, Vorschaubilder und nicht selten auch Fragen zu Quellen, Lizenzen und Urheberrecht. Manche Videos entstehen relativ schnell. Andere wachsen über Tage, Wochen oder sogar Monate. Was am Ende auf YouTube wie ein einziger Klick aussieht, ist oft das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen.

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Nicht für den Mainstream gemacht

KleinTones war nie als Versuch gedacht, einem bestimmten Format oder einer gerade erfolgreichen Formel zu folgen. Mich interessieren Verbindungen: eigene Musik mit Malerei, Archivfilm, Natur, Städten, abstrakten Bildern oder persönlichen Geschichten. Dazu kommen Jazz, klassische Einflüsse, Improvisation, elektronische Klänge und Stücke, die sich einer einfachen Kategorie entziehen.

Das bedeutet natürlich auch, dass diese Videos nicht immer dort liegen, wo die größten Zuschauerzahlen zu erwarten sind. Ein zehnminütiger Kunstfilm, eine ruhige Komposition oder ein musikalischer Dialog mit Turner, Friedrich, Van Gogh oder historischem Filmmaterial konkurriert mit völlig anderen Formen von Aufmerksamkeit.

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Ein kleiner Hoffnungsschimmer

Gerade deshalb freue ich mich über etwas, das ich in letzter Zeit vorsichtig zu beobachten glaube: Mehr Menschen scheinen diese Arbeiten zu finden — und einige bleiben nicht nur bei einem einzelnen Video, sondern entdecken weitere Musik und Filme auf dem Kanal.

Ich möchte daraus keine große Erfolgsgeschichte machen. Dafür ist es viel zu früh, und Zahlen sind ohnehin nicht der wichtigste Grund, warum ich diese Arbeiten mache. Aber es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer: vielleicht gibt es auch jenseits des Mainstreams ein Publikum für Musik und Filme, die langsam wachsen dürfen, etwas Eigenes versuchen und nicht sofort in eine bekannte Schublade passen.

300 Videos — und vielleicht beginnt gerade erst sichtbar zu werden, welche Art von Welt daraus entstehen kann.

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300 ist kein Ziel

Das 300. Video fühlt sich deshalb nicht wie eine Ziellinie an. Eher wie ein Punkt, von dem aus man für einen Moment zurückschaut und dann weitergeht. Einige der Projekte, an denen ich heute arbeite, hätte ich mir beim ersten Video noch nicht vorstellen können. Andere Ideen begleiten mich schon lange und verändern sich immer wieder.

Was geblieben ist, ist die Freude daran, Musik zu machen und Bilder dafür zu finden — und die Hoffnung, dass sich irgendwo Menschen befinden, die genau diese Mischung ebenfalls interessiert.

Danke an alle, die zuhören, schauen, kommentieren, wiederkommen oder eines der Videos mit anderen teilen.