Roman
Galois Schweigen
Ein literarischer Roman zwischen Gegenwart und Geschichte, Mathematik und Erinnerung, Wirklichkeit und Identität.
Zur Buchseite →Meine Romane sind keine klassischen Genre-Romane. Mich interessieren die Übergänge: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dokumentierter Geschichte und Erfindung, zwischen Erinnerung und Identität. Historische Recherche ist dabei nicht bloß Kulisse, sondern wird selbst Teil der Erzählung. So entstehen Geschichten, in denen wissenschaftliche und historische Stoffe mit sehr persönlichen, manchmal rätselhaften Erfahrungen der Figuren zusammentreffen.
Galois Schweigen ist dafür das deutlichste Beispiel. Der Roman verbindet Mathematik, Geschichte und Gegenwart mit Fragen nach Identität und Wirklichkeit. Für ihn habe ich mich so intensiv mit Évariste Galois beschäftigt, dass daraus eine eigene, ausführliche Biografie entstand. Die langwierige Arbeit an dieser Biografie hatte ursprünglich einen ganz konkreten literarischen Zweck: Ich wollte im Roman aus einer selbst erarbeiteten Lebensbeschreibung Galois' zitieren können.
Eine weitere Parallelarbeit war meine Webseite galois-group.net. Dort sammelte und erschloss ich Briefe, historische Dokumente und biografische Quellen zu Galois. Biografie, Webseite und Roman wuchsen so nebeneinander: die möglichst genaue historische Rekonstruktion, die Sammlung der Quellen und schließlich ihre literarische Verarbeitung.
Für eine weitere zentrale Spur ließ ich mir per Fernleihe die seltene Originalausgabe von F.-V. Raspails Lettres sur les prisons de Paris von 1839 kommen. Das Exemplar war so schutzbedürftig, dass ich die beiden Bände nur im Lesesaal der Bibliothek Konstanz benutzen durfte. Also fotografierte ich sie Seite für Seite. Diese Fotografien können heute auf galois-group.net als Faksimile durchblättert werden.
Raspails Bericht war für mich deshalb so wertvoll, weil er Galois nicht aus historischer Distanz beschreibt. Raspail kannte ihn aus Sainte-Pélagie und berichtet aus jener Welt, in der Galois tatsächlich gelebt hatte. Seine Passagen über Galois wollte ich aus erster Hand lesen und in den Roman einarbeiten. Gerade im Chat des Romans beginnen dann Fiktion und Realität ineinander überzugehen. Gemeinsam mit der Hauptperson lernen wir Galois kennen – und zugleich jemanden, der Galois ist und doch nicht Galois. Das Historische wird dadurch nicht einfach nacherzählt, sondern tritt in die Gegenwart ein.
Etrusker AG geht einen anderen, stärker erzählerischen Weg. Auch für diesen Roman habe ich mich sehr intensiv in die Welt der Etrusker eingearbeitet – in eine hochentwickelte Kultur, von der uns fast keine eigene zusammenhängende Literatur erhalten geblieben ist. Was wir über sie wissen, müssen wir aus Tausenden meist kurzer Inschriften, darunter vielen Grabinschriften, aus wenigen längeren Texten, aus Gräbern und Wandmalereien sowie aus späteren griechischen und römischen Berichten zusammensetzen. Gerade dieses Schweigen einer untergegangenen Kultur hat mich fasziniert.
Selbst in unseren heutigen Sprachen scheinen noch Spuren dieser Welt fortzuleben. Manche Wörter, die über das Lateinische ins Deutsche oder Englische gelangten, werden mit dem Etruskischen in Verbindung gebracht – etwa Fenster über lateinisch fenestra oder Person über persona; auch bei Satellit wird ein etruskischer Ursprung diskutiert. Solche Etymologien sind nicht in jedem Fall sicher – und gerade das macht sie für mich interessant: Auch sprachlich begegnet uns die etruskische Welt oft nur als Spur, Vermutung und Fragment.
Im Roman greifen Archäologie, Gegenwart und etruskische Vergangenheit ineinander; Figuren, Erinnerungen und Zeitebenen beginnen sich auf rätselhafte Weise zu berühren. Etrusker AG ist abenteuerlicher und atmosphärischer als Galois Schweigen, bleibt aber derselben Frage verpflichtet: Wie sicher ist eigentlich die Grenze zwischen dem, was vergangen ist, und dem, was in uns weiterlebt?
Beide Romane können hier vollständig gelesen werden. Die Galois-Biografie steht ebenfalls frei zur Verfügung – nicht nur als Hintergrund zu Galois Schweigen, sondern als eigenständige Annäherung an das kurze und außergewöhnliche Leben eines mathematischen Genies.
Roman
Ein literarischer Roman zwischen Gegenwart und Geschichte, Mathematik und Erinnerung, Wirklichkeit und Identität.
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Ein Roman zwischen Gegenwart und etruskischer Vergangenheit – über Archäologie, Identität und rätselhafte Verbindungen zwischen zwei Zeiten.
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Eine biografische Annäherung an das kurze, außergewöhnliche Leben des französischen Mathematikers und Revolutionärs Évariste Galois.
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