Die fiktive Firma Börsen-Crash AG möchte ihren Aktionären die Umsatzzahlen der vergangenen Jahre präsentieren. Die Unternehmensleitung weiß, dass Anleger sensibel auf negative Signale reagieren. Deshalb sollen Herr Frech-Lügegern und Dr. Balkenbieg die Zahlen möglichst vorteilhaft visualisieren.
Die Erlöse steigen in den letzten beiden Jahren, doch 2001 und 2003 gab es Rückgänge. Die Umsatzzahlen allein sagen außerdem nichts über den Gewinn aus: Der besonders hohe Umsatz des Jahres 2005 könnte beispielsweise durch den Verkauf von Immobilien oder Patenten zustande gekommen sein.
| Jahr | Umsatz in Millionen Euro |
|---|---|
| 2000 | 127,00 |
| 2001 | 123,40 |
| 2002 | 126,90 |
| 2003 | 123,23 |
| 2004 | 134,08 |
| 2005 | 137,79 |
Dieselben Daten, unterschiedliche Eindrücke
Die erste Darstellung zeigt den Verlauf mit einer bei null beginnenden y-Achse:
Beginnt die y-Achse nicht bei null, wirken dieselben Schwankungen erheblich dramatischer:
Auch das Seitenverhältnis eines Diagramms beeinflusst den Eindruck. Eine schmale, hohe Darstellung lässt den Anstieg steiler erscheinen:
Zusammenfassen kann Schwankungen verbergen
Werden jeweils zwei Jahre zusammengefasst, verschwinden die zwischenzeitlichen Rückgänge:
| Jahre | Umsatz in Millionen Euro |
|---|---|
| 2000–2001 | 250,40 |
| 2002–2003 | 250,13 |
| 2004–2005 | 271,87 |
Die Zahlen sind rechnerisch korrekt. Irreführend wird die Darstellung durch Auswahl, Skalierung, Seitenverhältnis und Zusammenfassung. Ein Diagramm sollte deshalb nie ohne Achsenbeschriftung, Maßstab, Bezugszeitraum und Kontext beurteilt werden.